Dienstag, 12. Dezember 2017

Vollmondnacht

Dunkelgolden, wie eine antike Münze, hängt der Vollmond über dem dunklengeschuppten Dächermeer. Der schwarze Winternachtshimmel ist seine kalte stumme Bühne. Nur der Wind pfeift über den First und dort hinten am Kirchturm dreht sich der Wetterhahn.

Strahlend wie der Mond bei seinem Soloauftritt ist dieser Anhänger aus Essigbaumholz. Ich mag seine Zeichnung, die mich an einen Fingerabdruck erinnert, und dieses unglaubliche Farbspiel der leuchtenden Gelb und Ockertöne. Leider habe ich die angebliche Fluoreszenz dieser Holzart noch immer nicht getestet. Aber sobald ich mehr weiß, lasse ich es euch wissen!













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Sonntag, 10. Dezember 2017

Winterblues

Kalter Wind hat den Nebel fortgeweht. Hinter den blaugrauen Wolken blitzt kurz die Sonne hervor. Einige winzige Schneeflocken wirbeln über dem Hof. Dann wird es wieder düster. Ein ungewöhnlich kalter Dezember, verglichen mit den letzten Jahren. Wahrscheinlich ist das gut so - denn Winter sollen ja winterlich sein.  
Manchmal lockert der Frost den Griff seiner eisigen Hände ein wenig. Dann schmilzt der Reif. Doch über Nacht bilden sich neue zarte Eiskristalle an jedem Blatt, an jedem Halm und an den Blüten, die der Sommer vergessen hat.

















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Freitag, 8. Dezember 2017

Vom Leuchten

Wenn alles blüht, die Bienen summen, die Vögel singen und federleichte Schmetterlinge schaukeln, dann ist das bunt und schön und sommersonnig. Wenn alles still daliegt, starr und reifbesetzt, wo Weiß das graue Braun umarmt, und selbst die Krähen im Nussbaum nur stumm sitzen, und wenn dann eine Levkoje mutig blüht, mit winzigen Blüten gegen den Frost, gegen das Nichts, gegen das Dunkel - dann ist das Leuchten. 
Mit dieser kleinen leuchtenden Blume wünsche ich euch allen ein schönes und frohes zweites Adventwochenende!















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Dienstag, 5. Dezember 2017

Kühle Töne

Das matte Walnussholz mit seiner feinen Maserung und dem kühlen Ton und das seidig schimmernde Fliederholz mit den rosa Streifen, die mich an einen Abendhimmel erinnern, haben etwas wundervoll Winterliches an sich. Die zarten Farben und die ebenmäßige Struktur dieser Hölzer wirken so sanft und matt, während das Pink den Ohrringen etwas Besonderes verleiht. 
Momentan mag ich das kalte Wetter. Es macht Lust auf Winterspaziergänge, Bratäpfel und Gewürztee. Ich wünsche euch eine schöne Winterwoche!



















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Freitag, 1. Dezember 2017

Vom Schwinden

Wenn alles Bunte, Saftige schließlich entweicht und aus prallem Blühen ein loses Hängen wird, dann hat der Frost sein Werk vollendet. Noch sieht man es dem Rittersporn und der knospenden Glockenblume nicht an. Aber ihr Wachsen hat ein jähes Ende gefunden. Ihr überirdisches filigranes Elfenkleid wird zerfallen und braun und nass und Erde werden. Doch tief im Boden schlafen Rhizome, unscheinbar und kraftvoll. Brauchen keine Versprechen, fühlen keine Sehnsucht, träumen keine Träume. Sie wissen nichts, sie hoffen nicht, sie beten nicht. Sie vegetieren, sie sind. Das ist genug. Aus ihnen wird wieder werden; wachsen und blühen. Das ist ihnen eingeschrieben. Darum liegen sie stumm im kalten Dunkel, während über ihnen die Farben schwinden.



















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